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Vorbereitung auf die nachsportliche Karriere (Teil 3/3)

Sich auf der beruflichen Laufbahn neu orientieren zu müssen – oder zu wollen, ist anfänglich oft mit viel Unbehagen, ja sogar Angst verbunden. Das Gewohnte gilt nicht mehr. Was nun? Zum Abschluss unserer dreiteiligen Serie (lesen Sie hier Teil 1 und Teil 2) haben wir in diesem Beitrag einige Aspekte identifiziert, die relevant für die Planung der nachsportlichen Karriere sind.

Mit Karriere erklärte man früher den Weg vom Mitarbeitenden zur Führungskraft. Der Begriff hat sich in den letzten Jahren aber stark verändert. Heute wird darunter eine individuelle berufliche Entwicklung gemeint, auch dann, wenn eine Person nicht in eine Führungsposition aufsteigt. Eine Unterstützung in der Karriereplanung soll den Sportler*innen helfen, sich beruflich zu entwickeln und den Übergang vom Spitzensport in die nachsportliche Karriere zu schaffen. Auch Personen, die bereits im Berufsleben stehen, haben mit einer Neuorientierung zu kämpfen; gerade dann, wenn Jobs wegen Digitalisierung oder Unternehmensfusionen wegfallen oder wenn die Betroffenen – nach vielen Jahren – die Motivation für die angestammte Tätigkeit verlieren. Deshalb ist ein Coaching in der Karriereplanung für alle sinnvoll, die Lust auf etwas Neues haben, ohne genau zu wissen, in welche Richtung es gehen soll, und neue Perspektiven finden möchten. In einem Coaching sucht man nach den Gründen der Unzufriedenheit im Beruf, die persönlichen Stärken und Schwächen werden eruiert, Wünsche und Ziele erarbeitet und Punkt für Punkt in die Praxis umgesetzt.

Noch vor einigen Jahren war das Berufsleben geregelt und planbar. Die richtige Ausbildung, ein guter Studienabschluss, strategisch geplante Wechsel der Positionen – und plötzlich entwickelte sich die eigene Karriere fast automatisch. Diese Dynamik ist in der heutigen Zeit eher unüblich. Die Entwicklungen am Markt sind schwer vorhersehbar, überraschende Fusionen oder Firmen-Übernahmen führen zu plötzlichem Stellenabbau. Daher sind eine frühzeitige Karriereplanung, gutes Selbstmanagement, Flexibilität und grosse Eigeninitiative für Spitzensportler*innen wichtig, um einen erfolgreichen Übertritt in die nachsportliche Karriere zu schaffen.

Der Begleitprozess der Aviga AG setzt da an, wo Athlet*innen sich neu orientieren wollen oder müssen. Man möchte die persönliche Situation analysieren, in der man bei der Neuorientierung steckt. Dabei wird gemeinsam mit den Athlet*innen herauszufinden versucht, welche Gefühle sie dabei haben. Sehen sie die Situation als Chance? Was macht ihnen dabei Angst? Worauf freuen sie sich? Welche Fähigkeiten bringen sie mit? Alle diese Frage werden im Career Transition Program der Aviga AG bearbeitet.

Analyse und Bewertung der Sportlaufbahn

Bei der Analyse und Bewertung der Sportlaufbahn geht es um eine erste Standortbestimmung während der Sportkarriere. Man möchte wissen, wo die Athlet*innen in der Karriere stehen. Geht die Karriere dem Ende entgegen oder steht sie erst am Anfang? Haben die Sportler*innen ihre Ziele erreicht? Welche möchten sie noch erreichen? Haben sie noch einen laufenden Vertrag? Bis wann dauert er? Durch das Reflektieren des Karriereverlaufs wird auch abgeschätzt, ob man mit einer weiteren Vertragsverlängerung oder gar einem neuen Vertrag rechnen kann. Zusätzlich analysiert man die Rolle der Athlet*innen innerhalb des Teams. Ein Beispiel: Der Kapitän einer Mannschaft bringt grosse Leader-Qualitäten mit, denen man Beachtung schenken muss.

Persönlichkeitsanalyse / Standortbestimmung

In einem nächsten Schritt werden die bereits absolvierten Berufsstationen und das Berufsbild genauer analysiert. Dies hilft auch beim Zusammenstellen der Kompetenzen, die die Athlet*innen sich im Laufe ihrer Laufbahn angeeignet haben und die ihnen in der nachsportlichen Karriere von Nutzen sein können. Die Aviga AG setzt für das Erstellen von Persönlichkeitsanalysen Stärken-Schwächen-Profile respektive die Analyse von Selbst-Fremd-Bildern (anhand BIP-Test) ein. Mehr über den Test erfahren Sie in unserem Blogbeitrag Bochumer Inventar zur berufsbezogenen Persönlichkeitsbeschreibung.

Neuorientierung / Selbstmarketing / Onlinemarketing

Im Rahmen der Neuorientierung, des Selbst- sowie des Onlinemarketings werden gemeinsam die beruflichen Ziele definiert, mögliche Berufsfelder und -branchen werden in Betracht gezogen. Dabei wird auch das Bewerbungsdossier überarbeitet und optimiert. Alles Wichtige rund um das Thema Lebenslauf finden Sie auch in unserem Blogbeitrag Tipps zum Lebenslauf.

Mithilfe eines Social-Media-Checks werden die bestehenden Profile analysiert und für die Stellensuche optimiert. Mithilfe einer Netzwerk-Landschaft kann das bereits bestehende Umfeld der Sportler*innen nach möglichen Berufseinstiegen analysiert werden. Welche Netzwerke gibt es schon? In welchen sind die Sportler*innen bereits aktiv? Wo können wir noch zusätzliche Netzwerke finden? Zusammen mit den Sportler*innen werden mögliche Firmen für Spontanbewerbungen definiert, zudem wird der Job-Agent (Tool zur Stellensuche) eingerichtet.

Job-Suche

Während der Jobsuche unterstützen wir die Sportler*innen bei Netzwerkaktivitäten und leisten Unterstützung bei der Beurteilung von Stellenangeboten.

Vorbereitung auf den Bewerbungsprozess / Interviewtraining

Die Rekrutierungsprozesse sind von Unternehmen zu Unternehmen verschieden. Die meisten beginnen mit einem Erst-Gespräch, dieses kann telefonisch oder persönlich stattfinden. Dieses Gespräch führt meist eine Person der Human-Resources-Abteilung statt. Es werden Fragen zu Motivation, Stellenwechsel und andere allgemeine Fragen über die Bewerber*innen und deren Werdegang gestellt. Im zweiten Gespräch kommt in den meisten Fällen der/die zukünftige Vorgesetzte dazu. Die Bewerber*innen werden detaillierter über ihre Qualifikationen befragt, es kann auch sein, dass Tests oder ein Business Case durchgeführt werden. Das dritte Gespräch ist üblicherweise das Anstellungsgespräch, in dem man über die Konditionen verhandelt und offene Fragen miteinander klärt. Es ist wichtig, dass sich die Bewerber*innen auf die Gespräche gut vorbereiten. Dazu findet man im Internet viele mögliche Interviewfragen. Man sollte seine Motivation, Stärken und Schwächen kennen und sich auch über das Unternehmen informiert haben. Das Erscheinungsbild sollte gepflegt sein, man sollte sich elegant und dem Job entsprechend kleiden.

Anstellungsunterstützung

In der letzten Phase unterstützen wir die Bewerber*innen bei der Vereinbarung eines neuen Arbeitsvertrages.

Mit diesem Beitrag endet unsere dreiteilige Serie rund um die nachsportlichen Karriereplanung. Haben Sie die ersten beiden Teile verpasst? Dann lesen Sie hier Teil 1 und Teil 2 nach.

Bei Fragen oder Anliegen steht Ihnen unser Experte Dino Lauber gerne zur Verfügung.

Ihre Ansprechperson:
Dino Lauber
Consultant
dino.lauber@aviga.ch
044 275 56 19